Ausstellungsbesuch

100 PROZENT WOLLE in Berlin

Im Museum Europäischer Kulturen in Berlin ist seit dem 5. November 2017 eine kleine Ausstellung mit dem Titel „100 PROZENT WOLLE“ zu sehen. Am ersten Wochenende im März war ich in Berlin und habe die Gelegenheit genutzt, im Museum in Berlin-Dahlem vorbeizuschauen.

 


Das Museum Europäischer Kulturen möchte aktuelle soziale und kulturelle Prozesse begleiten, historische Zusammenhänge aufzeigen und zum Verständnis einer gemeinsamen europäischen Geschichte und Kultur beitragen. Untergebracht in einem altehrwürdigen Gebäude, findet man die Sonderausstellung zum Thema Wolle im Erdgeschoss in drei liebevoll gestalteten Räumen.

 

Die Inhalte sind einfach und sehr anschaulich umgesetzt, sodass gerade auch Kinder leicht einen Zugang finden und keine Schwierigkeiten haben, die erläuternden Texte auf den Schautafeln zu verstehen. Als Erwachsener mag man sich ab und zu etwas mehr Information wünschen. Einige Exponate und Schilderungen haben zumindest meine Neugier so sehr geweckt, dass ich mir vorgenommen habe, mich an anderer Stelle ausführlicher schlau zu machen.

 

Besonders spannend fand ich die Geschichte von Horst Schulz, der als Junge im Flüchtlingslager in Rye, Dänemark das Stricken von einer alten Dänin beigebracht bekam und später zwei Bücher zum Thema Stricken geschrieben hat. Die Ausstellung zeigt unter anderem eine aus einem aufgetrennten Jutesack angefertigte Strickarbeit von Horst Schulz aus dem Jahre 1948.

 

Ein Highlight für Kinder ist sicherlich das überlebensgroße Schafsmodell, dass zum Anfassen und Besteigen einlädt. Aber auch für mich waren die rundherum ausgelegten Schaffelle vieler verschiedener Rassen ein haptisch interessantes Erlebnis.

 

Die Sonderausstellung ist noch bis zum 23. Juni 2019 zu sehen. Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Ab 18 Jahren kostet der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro.

 

 

 

Unvollendete Strickarbeit aus Jute von Horst Schulz. Angefertigt als Zwölfjähriger im Flüchtlingslager Rye, Dänemark.

Die Informationen sind klar und verständlich dargestellt.

In der Mitte des größten Raums der Ausstellung gibt es die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch.


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